Hannah. Bleibt.

Hannah funktioniert – bis sie nach Hause kommt.
In der Berliner Notaufnahme ist Dr. Hannah Breuer in ihrem Element. Hier kann sie helfen, funktionieren, kontrollieren. Doch abseits der weißen Kittel und des Adrenalins fühlt sie sich zunehmend durchlässig, wie ein Schatten ihrer selbst. Als ihr Bruder Leo sie per E-Mail an das Haus ihres kürzlich verstorbenen Vaters erinnert, beschließt sie widerwillig, nach Wittendorf zurückzukehren – nur um nachzusehen, sagt sie sich. Nur für einen Tag.
Doch in dem schiefen alten Haus erwarten sie mehr als nur verblasste Erinnerungen. Eine mysteriöse Nachricht ihres Bruders. Ein Fotoalbum mit einer leeren Seite. Und eine Kassette unter dem Kopfkissen ihres Vaters, auf der ihre eigene Stimme aus der Vergangenheit spricht.
Während Hannah durch die Räume ihrer Kindheit wandert, begegnet sie Tim wieder, dem Nachbarsjungen von früher, der jetzt seine eigenen Gespenster mit sich trägt. Zwischen den beiden entsteht eine vorsichtige Nähe, während Hannah stückweise die Wahrheit über sich selbst und ihre Familie zusammensetzt.
„Hannah. Bleibt.“ ist ein leiser, poetischer Roman über die Dinge, die uns festhalten, wenn wir eigentlich längst gegangen sind. Über das Schweigen, das Familien auseinandertreibt und die leisen Worte, die sie wieder zusammenführen können. Und über die Erkenntnis, dass Bleiben manchmal mehr Mut erfordert als Weglaufen.