Als Grafikerin Aura Weber das verlassene Haus ihres Onkels erbt, spürt sie sofort: Etwas stimmt nicht. Die Dielen knarzen, als würde jemand darauf gehen. Türen bewegen sich wie von Geisterhand. Der Duft von Jasmintee schwebt durch die Küche, obwohl sie keinen gekocht hat. Und dann sind da diese seltsamen Briefe, die sie an verschiedenen Orten im Haus findet – in einer Handschrift, die ihrer eigenen erschreckend ähnlich sieht.
Was als unheimliche Entdeckung beginnt, entwickelt sich zu einer Reise durch verblasste Erinnerungen und verschüttete Wahrheiten. Das Haus ist kein gewöhnliches Gebäude, sondern ein lebendiges Archiv, das auf mehreren Zeitebenen gleichzeitig existiert. Aura erkennt langsam: Sie war schon einmal hier – als Kind. Und nicht nur das: Das Haus hat sie ausgewählt, genau wie ihre verschwundene Tante Clara zuvor.
Als Aura einer fremden Frau mit einem blauen Schal begegnet und später derselbe Schal vor ihrer Haustür liegt, ist der Kreis fast geschlossen. Ihre Suche führt sie schließlich zu ihrer Mutter, die sich in Frankfurt versteckt hält und die Wahrheit kennt: Das Haus kann Menschen in sich aufnehmen, sie Teil seiner selbst werden lassen, bewahrt über alle Zeiten hinweg.
Vor Aura steht die größte Entscheidung ihres Lebens: Soll sie fliehen wie ihre Mutter? Oder soll sie den Kreis schließen und die nächste im Bund der Frauen werden, die das Haus auserwählt hat – und damit auch ihrer noch ungeborenen Tochter den Weg bereiten?
„Aura – Das Haus aus Atem“ ist ein poetischer, atmosphärischer Roman über die zeitlose Natur von Erinnerungen, die Verbindungen zwischen Generationen und die Entscheidung, Teil von etwas Größerem zu werden – selbst wenn es bedeutet, die eigene Identität zu transformieren.
