An einem verregneten Morgen betritt eine Frau ein Café, das sie noch nie zuvor besucht hat – und wird von allen wie ein Stammgast begrüßt. Die Kellnerin kennt ihre Bestellung, und plötzlich erscheinen drei völlig Fremde, die behaupten, ihre engsten Freunde zu sein. Sie kennen intime Details aus ihrem Leben, haben Fotos von gemeinsamen Erlebnissen und wissen sogar, dass sie gerade ihren verhassten Job gekündigt hat. Während sie zwischen Ungläubigkeit und Verunsicherung schwankt, präsentieren sie ihr eine Pillendose mit ihrem Namen – verschrieben gegen „dissoziative Amnesie“ – und erzählen von ihrem längst gehegten Traum, ein eigenes Café zu eröffnen. Sie haben bereits eine passende Immobilie gefunden und drängen sie sanft, diesen Neuanfang mit ihnen zu wagen. „Frühstück mit Fremden“ ist eine eindringliche Erzählung über die fragile Natur der Erinnerung, die verunsichernde Frage nach der eigenen Identität und die beunruhigende Möglichkeit, dass wir manchmal selbst der größte Fremde in unserem Leben sein könnten.
Frühstück mit Fremden
